Freunde der Serviten Amici dei Servi di Maria
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Patronatsinitiative

Hl. Philipp Benizi - Patron der Österreichischen Peacekeeper!

 

„Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.“ (Mt 5,9)

 

 

 

Der hl. Georg wird von vielen Soldaten angerufen, Pioniere und Artilleristen gedenken der hl. Barbara und der hl. Florian ist untrennbar verbunden mit der Feuerwehr. Aber welcher Heilige ist für die Peacekeeper zuständig?

 

Die Patronatsfunktion von Heiligen wurzelt in der Sozialstruktur, wie sie insbesondere im Mittelalter bestand: Unfreie Bauern besaßen nur begrenzte persönliche Eigenständigkeit und waren zudem noch zu Leistungen verpflichtet, während der herrschende Adel für Schutz und Sicherheit sorgte. Folgt man dem Eintrag im Wörterbuch „Duden“ (Berlin, 2021), so findet man in der Übersetzung „Schutz-“ bzw. „Schirmherr; auch die heutigen Bedeutungen „Schirmherrn“ bzw. „-frauen“ sind uns im Zusammenhang mit verschiedenen Veranstaltungen, wie zum Beispiel Bälle oder Hilfsprojekte, geläufig: Hoch gestellte Persönlichkeiten aus der Politik, Verwaltung, Kunst und Kultur gewähren als Schirmherr bzw. -frau einen Ehrenschutz.

In Herders „Lexikon der Heiligen“ (Freiburg, 2011) ist zu lesen, dass Standes- und Berufspatrone als himmlische Anwälte und Garanten der Abwehr von Schaden sowie der Sicherung und Förderung von Wohlergehen und Erfolg gelten. Die Wahl von Heiligen zu Patronen bestimmter Berufe erklärt sich nicht nur aus deren Biografie, sondern zum Teil auch in rein äußerlichen Aspekten. So wählten etwa Handwerker einen speziellen Märtyrer, weil sein bzw. ihr Attribut das typische Werkzeug der Fachleute war.

 

Der hl. Philipp (St. Philippus Benitius) wurde in der Kirche der Serviten in Todi, einer kleinen Ortschaft in Umbrien, auf einem Hügel, hoch über dem mittleren Tibertal gelegen zur ewigen Ruhe gebettet. In seinem Leben und Wirken finden sich konkrete Bezüge zu Peacekeepern.

Abbildung 1:
Gedenkmedaille des hl. Philipp anl. seines 350. Jahrestags der Heiligsprechung

 

 

Beschreibung des Lebens und Wirkens Philipps

nach dem Heiligenlexikon (www.heiligenlexikon.de)

und der Lebensbeschreibung von Pater Cherubin M. O'Dale OSM (Innsbruck, 1671)

 

Gedenktag: 22. August

Priester, Generaloberer

* 15. August 1233 in Florenz in Italien 

† 22. August 1285 in Todi in Italien

Philipp aus der edlen Familie der Benizi studierte Medizin und Philosophie in Padua und in Paris. Er trat 1254 in den Servitenorden ein; 1259 wurde er nach Vertiefung der Theologiestudien zum Priester geweiht und 1267 fünfter Generalprior des Ordens. Philipp leitete den Servitenorden mit großer Umsicht, gab ihm sein Regelwerk basierend auf Augustinus und verteidigte seinen Fortbestand angesichts der drohenden Aufhebung. Er gilt deshalb als zweiter Gründer des Ordens und hat zusammen mit Juliana Falconieri auch den weiblichen Zweig des Ordens gegründet. Aus Eigeninitiative und im Auftrag unternahm er ausgedehnte Missionsreisen und Friedensinitiativen in den Stadtstaaten des heutigen Italiens, aber auch in Frankreich, Deutschland, Polen und Ungarn. Überliefert wird, dass die zum Konklave in Viterbo versammelten Kardinäle von seinem Wirken hörten und ihn deshalb zum Papst wählen wollten. Daher wird er oft mit der Tiara dargestellt; als Ausdruck dafür, dass er aus Bescheidenheit das Papstamt abgelehnt hat. 

Kanonisation:

Am 8. Oktober 1645 wurde er durch Papst Innozenz X. seliggesprochen.

Die Heiligsprechung erfolgte am 12. April 1671 durch Papst Clemens X.

Abbildung 2: Ölbild im Kreuzgang ehem. Servitenkloster Wien Rossau

 

Übersetzung des Bildtextes:

Der ehrwürdige Vater Philipp befreit verschiedene Bürgergemeinden Italiens von gefährlichen Parteizwisten und Hinterhältigkeiten. Und in Abwechslung von Kaiser Rudolf I. angefordert, wird er von Papst Innocentius III. als Gesandter nach Germanien geschickt. Er wird für den Kaiser der Beichtvater und durch seine Ratschläge und Predigten bringt er ein verbündetes Germanien zustande. Nach Italien zurückkehrend, führt er die Einwohner von Forli zur Folgsamkeit des Heiligen Stuhls zurück, überall ein wundertätiger Friedensstifter.

 

Das Patronat Philipps für die Österreichischen Peacekeeper erscheint deshalb so geeignet, weil er eine weise und fürsorgliche Führungspersönlichkeit war, die durch klare Regeln für Ordnung und Zusammenhalt im eigenen Bereich sorgte und durch viele Missionen im Ausland friedenstiftend tätig war.

 

Neben den wichtigen spirituellen Aspekten des „Peacekeeper Patron Philipp“ besteht aber auch die Möglichkeit, neue Traditionen zu entwickeln. So könnten Ende August Ausrückungen erfolgen oder anlässlich eines offiziellen Patronats durch die Militärdiözese eine Erinnerungsmedaille aufgelegt werden.

Die Peacekeeper sind Soldaten, Polizisten und Zivilisten, welche sich im Ausland für die UNO-Ziele des Friedens und der Menschenrechte einsetzen.

 

Der Vorstand der Vereinigung Österreichischer Peacekeeper (Interessenvertretung mit ca. 2.000 Mitgliedern in Österreich) unterstützt diese Initiative.

Festpredigt Kardinal Schönborn

Festpredigt von hw. Herrn Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn, anl. des Jubiläums 350 Jahre Wallfahrt Mariahilfberg Gutensten, am 27.05.2018
(Abschrift der Tonaufnahme Radio Maria)

 

Gelobt, sei Jesus Christus, in Ewigkeit! Amen.

 

Liebe Gläubige, liebe Pilgerinnen und liebe Pilger!

 

Sie brauchen keine Angst haben, dass ich Sie jetzt abkanzeln werde! Wir sind es nicht mehr gewohnt, dass von der Kanzel gepredigt wird, aber heute kann ich Sie so besser sehen und Sie sogar auch mich.

 

Lieber P. Provinzial, liebe Mitbrüder Serviten, lieber Bischofsvikar P. Petrus, lieber Herr Dechant, liebe Familie Hoyos, liebe Ehrengäste dieses Jubiläums, liebe Hörerinnen und Hörer von Radio Maria diejetzt mit uns verbunden sind im Gebet, im Hören auf das Wort Gottes.

 

Keinersonst, Keinersonst, haben wir eben in der der Lesung aus dem Buch Deuteronumium gehört. Er ist Gott, keiner sonst! Jahwe, ist der Gott im Himmel drobenund auf der Erde unten. Er allein, Er allein, keiner sonst!

 

Nun feiern wir heute den Sonntag der heiligsten Dreifaltigkeit. Und wir sagen: „Jesus ist Gott, und der Hl. Geist ist Gott.“ Wie geht das zusammen? Jahwe, keiner sonst! Jesus, Sohn Gottes, der Hl. Geist, die dritte, göttliche Person. Der Glaube, an die heiligste Dreifaltigkeit, ist das HERZ unseres Glaubens! Jesus,hat den Auftrag gegeben, tauft sie: Im Namen des Vaters, und des Sohnes und des Hl. Geistes! Tauft sie, im Namen, nicht in den Namen, sondern im Namen des Vaters, des Sohnes und des Hl. Geistes! Wir alle, ich vermute, wir alle hier, sind getauft, oder auf dem Weg zur Taufe. Wir sind getauft, auf den Namen des dreifaltigen Gottes! Brüder und Schwestern, das ist nicht selbstverständlich!

 

Jesus,ist verurteilt worden! Warum? Weil die Autoritäten in Jerusalem gesagt haben, die religiösen Autoritäten des damaligen Judentums: „Du machst Dich selbst zu Gott!“ „Das ist Gotteslästerung und deshalb musst Du sterben!“ Und Jesus ist gestorben, nicht als Rebell, sondern als Gotteslästerer! Und Paulus, von dem wir ein wunderbares Wort, aus dem Römerbrief gehört haben, Paulus, hat diese Sekte, diese Anhänger des Jesus von Nazareth, bis aufs Blut verfolgt, weil er gesagt hat: „Das ist Gotteslästerung!“ Keiner sonst! Er ist Einer, nicht Drei!

 

Das unterscheidet uns bis heute vom jüdischen Glauben, der trotzdem unsere Wurzel ist! Ich hatte einen Professor für Neues Testament, P. Paul Dreifüss, Dreifüss ein typisch jüdischer Name. Er war Jude, gläubiger Jude und hat als erwachsener, junger Mann, eine tiefe Erfahrung von Jesus gemacht, und hat sich taufen lassen, und ist Christ geworden, und dann Dominikaner und Priester. Und der hat zu uns Studenten gesagt: „Ihr könnt euch nicht vorstellen, was das bedeutet, für einen gläubigen Juden, Jesus als den Sohn Gottes anzunehmen, ihr könnt euch das nicht vorstellen! Keiner sonst, das ist bei uns so tief im Herzen: „Höre Israel, Dein Gott ist EINER!“ Das ist das Urbekenntnis des jüdischen Glaubens und es ist unser Bekenntnis!

 

Wir glauben nicht an drei Götter, wir glauben an einen Gott: Vater, Sohn und Hl. Geist! Unsere muslimischen Mitbrüder, die nicht weniger werden, sondern eher mehr, haben genau diesen Punkt als Kritik am Christentum: „Ihr, glaubt an drei Götter, das geht nicht!“

 

Ich freue mich immer, wenn Kinder quengeln in der Kirche, das ist wunderbar! Papst Franziskus, hat neulich gesagt, in einer Pfarre in Rom, da hat ein Kind gequengelt, und dann hat er gesagt: „Wenn es jemanden stört, dann soll er rausgehen!“ Also Kinder, müssen nicht hinausgehen, aber Leute,die sich daran stören, dass Kinder da sind, die sollen lieber hinausgehen.

 

Ja, das stört unsere muslimischen Mitbrüder: „Wie könnt ihr, an drei Götter glauben?“ Brüder und Schwestern, ich werde jetzt nicht eine Vorlesung halten, über die heilige Dreifaltigkeit, obwohl ich als Professor der Theologie, das mit besonderer Freude, immer gemacht habe, das ist das SCHÖNSTE!! Es ist das Geheimnis unseres Glaubens, das OH BEATA DRINITAS, OH SELIGE DREIFALTIGKEIT! LUX, BEATA DRINITAS, beten wir am Sonntag, in der Vesper im Stundengebet. OH LICHT, HEILIGSTE DREIFALTIGKEIT!

 

Aber, ich möchte, mit Ihnen, auf Maria schauen, und ich möchte mit Ihnen, auf den Hochaltar schauen. Denn, wenn man ein bisschen genauer hinschaut, und sich nicht vom Gold blenden lässt, dann sieht man eigentlich eine Katechese über die heiligste Dreifaltigkeit und in deren Mitte Maria. Sie haben es gesehen, man sieht es vielleicht, ganz oben Gott Vater, die Gestalt des Schöpfers. Gott Vater, der über Allem ist und Alles ist von Ihm. Er ist die Quelle und der Ursprung. Er ist Gott der Vater und der Schöpfer. Und von Ihm aus, geht die Taube der Hl. Geist! Denn der Vater, hat den Sohn gesandt, dass Er, durch den Hl. Geist, in Maria Mensch wird. Mensch geworden ist Er bei uns. Der Altar, ist ganz auf Christus konzentriert, denn Christus ist die Mitte des Altars. Das Kreuz, erinnert uns daran, dass Jesus, für uns gestorben ist! Er, hat sein Leben für uns gegeben,so sehr hat Gott Vater, die Welt geliebt, dass er seinen Sohn, für sie hingegeben hat. Seinen, geliebten Sohn! Alles, hat er uns gegeben, durch Ihn, in Ihm, mit Ihm! Und dass, das nicht Vergangenheit ist, daran erinnert uns der Tabernakel! ICH BIN BEI EUCH, ALLE TAGE, BIS ANS ENDE DER WELT! Jesus, ist bei uns, in der Eucharistie, im Tabernakel, auf dem Altar, bei jeder Hl. Messe, in der Kommunion, die  wir empfangen! Ich war nackt, Du hast mich bekleidet, ich war heimatlos, Du hast mich aufgenommen! Jesus, ist bei uns, aber in der Mitte des Altares ist das GNADENBILD!! Das Bild, am Baum, um das diese Wallfahrt entstanden ist! Maria, ist gewissermaßen im HERZEN DER DREIFALTIGKEIT, sie ist die, die der Vater erwählt hat, die MUTTER SEINES SOHNES zu werden! Sie ist die, die der Hl. Geist überschattet hat, damit sie Mutter Jesu wird, sie ist die Mutter des Erlösers, so ist sie zu Recht, in der Mitte der Dreifaltigkeit.

 

Brüder und Schwestern, damit bin ich schon fast am Ende angelangt, das ist jetzt mein dritter Punkt. Der erste Punkt, war der Erste, dann war der Zweite und jetzt kommt der Dritte Punkt, der uns betrifft!

 

Das, was Paulus uns gesagt hat, in der Lesung in diesen wunderbaren Worten: „ Alle, die sich vom Geist leiten lassen, sind Söhne und Töchter Gottes, Kinder Gottes!“. Alle, die sich vom Geist leiten lassen, sind Kinder Gottes, Söhne und Töchter Gottes!“ Das heißt, wir sind nicht mehr Fremde, Gott ist nicht der Ferne, Fremde. Wir sind mit Gott ganz vertraut,so wie ein Sohn mit dem Vater vertraut ist, sowie die Kinder mit den Eltern vertraut sind, so, sind wir mit Gott vertraut und deshalb haben wir den Geist empfangen, der uns zu Söhnen und Töchtern Gottes macht, zu Kindern Gottes. Und deshalb, rufen wir zu Gott nicht, der Ferne, der Unnahbare, sondern wir sagen zu ihm Aba, Vater, Vater unser, das Gewaltige, das Größte, was uns über Gott gesagt werden kann, ist das VATER UNSER! Was heißt das, dass wir Zugang haben zu Gott? Das heißt noch mehr, der Geist, bezeugt unserem Geist, wir sind nicht mehr Fremde, wir sind Kinder Gottes! Aber, was heißt das? Das, bedeutet sehr viel, wenn wir Kinder sind, sagt Paulus, dann sind wir auch Erben. Erben, das heißt, das ganze Leben Gottes, ist uns als Erbe zugedacht! Wir, dürfen GOTT erben! Gott, stirbt nicht, so dass wir im Testament bedacht werden, sondern er lebt und wir leben durch ihn, als Erben Gottes und Miterben Christi! Dann, fügt Paulus, freilich noch ein kleines Wort hinzu: „Wenn wir mit IHM LEIDEN, um auch mit IHM, verherrlicht zu werden!“ „Kinder Gottes, Erben Christi, vertraut mit dem Vater!“ Aber, das heißt, mit IHM zusammen, JA sagen zum Kreuz, damit wir auch Anteil bekommen, an der AUFERSTEHUNG!!

 

Und jetzt, Brüder und Schwestern, geschieht das,was mit Maria geschehen ist, auf diesem Altar, plötzlich sind wir auch mitten drinnen. Wir sind nicht mehr Fremde, hier Gott und hier wir, hier der Himmel und hier die Erde, sondern wir sind mitten drin, das ist das Geheimnis der Dreifaltigkeit! Unser Platz, oder wie Paulus sagt: „Unsere Heimat ist Gott!“ Und ich schließe mit einem Wort, dass ich vor zehn Tagen, neun Tagen, in Augsburg gesagt habe, beim Sudetendeutschen Tag. Ich bin auch ein Heimatvertriebener, ich war nur neun Monate alt bei der Flucht. Und, da habe ich in meiner Ansprache an die Sudetendeutschen Landsleute, die alle ihre Heimat verloren haben, oderdie Kinder der Heimatvertriebenen sindgesagt: „Der Glaube, ist die Heimat, hinter der verlorenen Heimat!“ „Der Glaube, ist uns Heimat, selbst wenn wir Alles verlieren, das, war die Erfahrung vieler Heimatvertriebener!“ „Selbst, wenn wir Alles verlieren, im Glauben, haben wir Heimat!“

 

Und das sagt uns das Fest der Hl. Dreifaltigkeit, in Gott, haben wir Heimat, im Glauben, an den lebendigen Gott, haben wir Heimat!

 

Ehre, sei dem Vater, und dem Sohn und dem Hl. Geist.

 

Amen.

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